will mir nicht in den Sinn, Weil ich unmusikalisch bin. Die Orgel erklingt und ein ...

Archiv: Programme früherer Jahre: 2002/2003


VORWORT
Jogrim Erland

Wenige thematische Schwerpunkte sprechen nicht gegen die verschiedenen Konzerte des Saisonprogramms, sondern dafür. Starke Einzelveranstaltungen brauchen keine einheitliche Obhut. Die musikalische Spannweite von akustischer bis elektronischer, von komponierter bis improvisierter Musik spiegelt so gelassen das heutige musikalische Geschehen. Sprache, szenische Elemente und Video sind andere Medien, die als Erweiterung der rein musikalischen Sprache einbezogen werden. Eine Kunstgalerie, ein Theater und eine Bar neben traditionellen Konzertlokalen ziehen in dieselbe Richtung.

Aus Anlass von John Cages 90. Geburtstag, bzw. seinem 10. Todestag, beleuchten mehrere Veranstalter in Baden, Winterthur und Zürich mit sechs Konzerten verschiedene Schattierungen des Werkes von John Cage. Das Ensemble daswirdas führte 1999 im Rahmen der IGNM bereits Cages "Branches" auf. Jetzt haben sie u.a. "Cartridge Music" einstudiert. 

Einen weiteren Höhepunkt bildet das Konzert mit Werken von Michael Meierhof. Seine 'art brut' enthält nicht weniger Humor als die Musik Cages. 

Die anderen KomponistInnen sind bis etwa ein halbes Jahrhundert jünger als Cage und stammen alle aus dem deutschsprachigen Raum.

Der IGNM-Vorstand wünscht ihnen anregende Konzertbesuche.

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Musik von John Cage (1912 - 1992)

Veranstalter für Neue Musik aus Baden, Winterthur und Zürich präsentieren eine Konzertreihe mit Werken von John Cage.

13. September bis 6. Oktober 2002


Samstag 5. Oktober 2002, 20.00 Uhr 
Galerie Mark Müller Gessnerallee 36 Zürich 
IGNM Zürich

Ensemble daswirdas 

Werke von John Cage

u. a. 'Cartridge Music' (1960) für Objekte, Tonabnehmer und Lautsprecher

Matthias Bruppacher, Kaspar Glättli, Boris Previ?sic´, Christoph Reller, Peter Rüegg, Andreas Winkelmann.

Schon vor über zehn Jahre spielte daswirdas Kompositionen von John Cage. Vor zehn Jahren starb er. Das zürcher Kollektiv lotet einmal mehr Konzepte von ihm aus. Klänge, kaum wahrzunehmen, laut oder bizarr, technisiert, weit weg von Erwartungen und doch so nah vom Alltäglichen. Immer ein Experiment, für Zuhörende und Ausführende.


Freitag 13. September 2002, 20.15 Uhr
Historisches Museum Baden (beim Landvogteischloss)

GNOM - Gruppe für Neue Musik Baden

Imaginary Landscapes - eine Hommage an John Cage

Landscapes

Werke von John Cage, Jean Barraqué, Morton Feldman, Jürg Frey; Uraufführungen von Martin Lorenz, Sara Rohner und Peter Baumgartner.



Samstag 14. September 2002, 20.15 Uhr
Gartensaal der Villa Boveri Ländliweg 5 Baden

Extended lullaby

Werke von John Cage und Hartmut Andres


Sonntag 15. September 2002, 17.00 Uhr
Theater am Brennpunkt, Gartenstr. 1, Baden
jeweils 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr

Fabrikareal Oederlin, Landstr. 1 Rieden

Textures

Werke von John Cage, Gerhard Rühm und Annette Schmucki; Uraufführungen von Reto Friedemann und Andrew Digby.

Exkursion: Not Wanting to Say Anything About John

Ein Spaziergang mit und zu John Cage

Werke von John Cage

Dauer ca. 60 Minuten.

Detaillierte Informationen auf www.neuemusik.ch/gnom


Freitag 4. Oktober 2002, 20.00 Uhr

Kunsthalle Zürich, Limmatstr. 270

Ensemble für Neue Musik Zürich 

diverse 'One' / 'Two' (1987) / 'Three2' (1981) / 'Four6' (1992) / 'Five' (1988) / 'Music for Ten' 

(1984-87) / 'Credo in US' (1942) / 

'Concert for Piano and Orchestra' (1957-58) / 'The Wonderful Widow of Eighteen Springs' (James Joyce) (1942) / 'Nowth Upon Nacht' (nach James Joyce) (1984) / 'She is Asleep' (1943) / aus den 'Song Books' (1958-70)

Hans-Peter Frehner: Flöten, Hansruedi Bissegger: Klarinetten, Raphael Camenisch: Saxofone, Matthias Eser, Daniel Buess und Daniel Stalder: Schlagzeug, Urs Bumbacher: Violine, Andreas Fuchs: Violoncello, Daniel Mouthon: Stimme, Viktor Müller: Klavier, Jürg Henneberger, Klavier und Leitung


Sonntag 6. Oktober 2002, während 12.00 bis 19.00 Uhr
Gaswerk Areal, untere Schöntalstr. 19

Gaswerk Winterthur

John Cage
Bird Cage (1972)

"12 tapes to be distributed by a single performer in a space in which people are free to move and birds to fly" Tonbandcollage

Ausarbeitung von Dominik Blum für 8 Lautsprecher 
Stephanie Kägi: Aussenaufnahmen; Simone Vollenweider: Stimme


Mittwoch 30.Oktober 2002, 20.30 Uhr 
Sphères - Bar, Buch und Bühne, Hardturmstr. 66 Zürich

e_a.sonata.02

Urs Leimgruber: Komposition, Saxophone
Günter Müller: remix, sampling, minidiscs, elektronisches Schlagzeug

ARTE Quartett: Beat Hofstetter: Saxophone; Sascha Armbruster: Saxophone / elektr. Saxophon; Andrea Formenti: Saxophone; Beat Kappeler: Saxophone / Effects

e_a.sonata.02 ist eine Komposition im Einsatz von akustischen und elektronischen Klängen, bestehend aus den Gegensätzen zwischen Komposition und Improvisation, ihren Wurzeln, der zeitgenössischen Musik, der Schrift, der Sprache.
...diese Gegensätze werden abgekantet, eingekreist, aufgerissen, verwischt und aufgelöst. Die musikalische Landschaft zwischen Komposition, über konzeptuelle und grafische Texturen hinaus und Improvisation im Sinne des "instant composing" verschränkt Schrift und Gedanke, fixierte und spontane Ereignisse bis hin zur Unteilbarkeit. URS LEIMGRUBER


Samstag 1. Februar 2003, 20.30 Uhr
Sphères - Bar, Buch und Bühne, Hardturmstr. 66 Zürich

Neue Musik aus Deutschland

Komponist Michael Maierhof 

Michael Maierhof splitting 2 (1999) für Violoncello solo / Charlotte Seither Champlève (1994) für Violine, Violoncello und Klavier / Michael Maierhof splitting 5 (2000/01) für Violine, Zuspiel-CD und Video / Fridemann Schmidt Mechau (2001) Sieben kleine Sätze für Geige, Cello und Klavier/ Michael Maierhof SUGAR 1 (2001) für Violine, Violoncello und Flügel

ELOLE Klaviertrio (Dresden) Uta - Maria Lempert: Violine, Matthias Lorenz: Violoncello, Stefan Eder: Klavier

Alle drei Stücke von Michael Maierhof konzentrieren sich jeweils auf ein neues Material. Beim Cello solo sind es verschiedene Abstufungen vom harten Rattern bis zum weichen, feinen Rollen / Schnurren. Durch die Präparation der Cellosaite mit einer Wäscheklammer wird ein zweifach schwingendes System hergestellt, das perkussive Klänge mit starker Binnenstrukturierung erzeugt, die im Laufe einer Sekunde bis zu 25 Mal ihren Amplituden - Nullpunkt erreichen. Das Solo für Violine verwendet ausschliesslich Untertöne (bis zum kontra a!), kombiniert mit kurzen Schnitten von Klängen des Hip Hoppers Mos Def und Zuspielungen von Flugzeuglärm, das Video erzeugt kurze Flugzeugblitze als zusätzliches perkussives Material. In SUGAR 1 für Klaviertrio legt der Pianist verschiedenfarbige Rauschflächen in den Raum. Die drei aufgeführten Stücke versuchen äusserst voluminüse Klangblöcke und Pausenfelder auszubalancieren.

Michael Maierhof (Hamburg) studierte Musik und Mathematik in Kassel sowie Philosophie und Kunstgeschichte in Hamburg. 1988 erste Kompositionen. Seit 1990 liegt der Schwerpunkt bei der raumbezogenen Musik für Ensembles unterschiedlicher Besetzungen und der Entwicklung einer Präparationstechnik für Streichinstrumente. 

Im Herbst 2001 gründeten Uta -Maria Lempert, Matthias Lorenz und Stefan Eder das ELOLE - Klaviertrio. Ziel des Ensembles ist es, neustes Schaffen (im Herbst 2002 ist die 4. Uraufführung geplant) mit einem Rückblick auf fortschrittliche Musik seit 1900 zu verbinden. LARA STANIC


Anfang März 2003 
Rote Fabrik Zürich (das genaue Datum ist zur Zeit der Drucklegung noch nicht bestätigt.).

Richtung Erweiterung der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten

ein Programm für Akkordeon und Schlagzeug mit dem Duo Porreca / Lorenz

Alex Buess Mikrosylia Cinque (1992/2002) UA der Fassung für Akkordeon, Schlagzeug und Elektronik / Bernd Thewes Die Luftesser Klangobjekt mit Hirnwellenresonanz (2001), CH-EA, für Akkordeon und Schlagzeug / Alex Buess Neues Werk (2002) UA für Akkordeon, Schlagzeug und Elektronik

Die beiden auf zeitgenössische Musik spezialisierten Musiker Mario Porreca (Akkordeon) und Martin Lorenz (Schlagzeug) spielen seit 1999 im Duo zusammen. Ihr besonderes Interesse gilt der Erweiterung der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten des Instrumental-Duos durch Einbeziehung sprachlicher und szenischer Elemente, aber auch durch die Verwendung von Elektronik. In ihrem neuen Programm stellen sie Werke der beiden Komponisten Bernd Thewes (D 1957*) und Alex Buess (CH 1954*) vor, welche diesem Interesse entgegenkommen.

In Thewes Komposition "Die Luftesser" Klangobjekt mit Hirnwellenresonanz werden Eigenfrequenzen von Gehirnströmen als konstruktive Grundlage zur zeitlich-rhythmischen Organisation des Musikstückes angewendet. Im Vordergrund stehen aber eher die musikantischen, durchaus auch ironischen Aspekte der Musik.

Alex Buess Arbeit widerspiegelt seine Erfahrung mit Elektronik, geschriebener Zeitgenössischer Musik, Filmmusik, neuen Misch- und Produktionstechniken und Computermusik. MARTIN LORENZ


Montag 16. Juni 2003, 20.15 Uhr
Theater Stok 

TRIO II VII XII

Freie Improvisationen, Repertoire-Improvisationen, Konzepte, Kompositionen

Konzepte von: Earle Brown, Hans Ulrich Lehmann, Mauricio Kagel, Christian Wolff, Peter Streiff, Urs Haenggli, Mischa Käser, Daniel Studer u.a.
Neuste Kompositionen von : Annette Schmucki, Alfred Zimmerlin

Urs Haenggli: Blockflöten, Mischa Käser: Stimme, Daniel Studer: Kontrabass

Das Trio hat sich zur Aufgabe gesetzt, spontan entstandene Musik, während des Erfindens ständig auf ihre Gestalthaftigkeit zu überprüfen, d.h. wir versuchen die Musik während ihres Entstehens nach kompositorischen Kriterien zu formen. Jeder neu entstandene Zweig wird so in Beziehung zum Stamm gesetzt.

Aneinanderreihungen von schmucken Erfindungen ist nicht unsere Sache.

Instant Composition und / oder streng intuitive Musik, mit diesen Begriffen können wir unsere Musik am besten umschreiben.

Im neuen Programm werden verschiedene Möglichkeiten musikalisches Schaffen verbunden. Improvisationen, Konzepte und Kompositionen sollen einander ergänzen.


Der Vorstand der IGNM Zürich setzt sich zur Zeit aus folgenden Mitgliedern zusammen: Felix Baumann, Jogrim Erland, Valentin Marti, Fritz Muggler, Marino Pliakas, Hieronymus Schädler, Lara Stanic