und zu hochschiken laider selten und nur wen die businesmäner uns für kurze zait ainmal ...

Archiv: Veranstaltungen 2015/2016


1   Missa Nova Sonntag, 25. Oktober 2015, 17.00
    

2   Segante: Musik von Yehoshua Lakner Donnerstag, 5. November 2015, 20.30
    

3   Zwei Tage Zeit – Festival für improvisierte Musik Freitag, 22. Januar 2016, und Samstag, 23. Januar 2016
    

4   Eastern Shore (1) Freitag, 11. März 2016, 20.30
    

5   N°1: Nadar Ensemble + Jorge Sánchez-Chiong Sonntag, 3. April 2016, 20.30
    

6   Collection: Werke von Edu Haubensak Donnerstag, 28. April 2016, 20.30
    



1

Sonntag, 25. Oktober 2015, 17.00
Kirche Fraumünster, Münsterhof 2, 8001 Zürich
vokalensemblezuerich.ch, mondrianensemble.ch, lukaslanglotz.ch, www.fraumuenster.ch

Missa Nova

Lukas Langlotz: Missa Nova (2009/10), für 12 Solostimmen und 7 Instrumente 

 

Vokalensemble Zürich
Svea Schildknecht, Irina Ungureanu, Anne Montandon (Sopran)
Francisca Näf, Ulrike Andersen (Alt)
Reto Hofstetter, Daniel Bentz, Jean Knutti (Tenor)
Othmar Sturm (Bariton)
Jürgen Orelly, Jean-Christophe Groffe (Bass)

Mondrian Ensemble (*erweitert)
Ivana Pristasova (Violine), Petra Ackermann (Viola), Karolina Öhman (Violoncello), Andrea Bischoff (Oboe/Englischhorn)*, Donna Molinari (Klarinette)*, Raphael Camenisch (Saxophon)*, Janina Bürg (Akkordeon)*

Peter Siegwart: Leitung 

 

 

Die vor rund fünf Jahren entstandene Missa Nova des Basler Komponisten Lukas Langlotz ist eine zeitgenössische Vertonung des vollständigen lateinischen Messeordinariums. Den fünf Teilen des katholischen Messeritus sind einzig drei Instrumentalsätze zugefügt, ein Introitus und zwei Meditationes: wortlose Deutungen, aufgehoben in rein musikalischer Figur.
Langlotz will seine Missa Nova nicht allein als «Kirchenmusik» gedeutet wissen. Die christlich geprägten Inhalte der Messetexte sieht er weitergefasst und aufgehoben in einem überkulturellen Sinn. Er formuliert es so: «Musik muss Dinge nicht benennen. Sie kann den Erscheinungen auf den Grund fühlen und sie gleichzeitig in ihrer Unfassbarkeit stehen lassen.» Zum zentralen Messeteil «Credo» aber meint er: «Beim religiösen 'Credo' wird aller Unmöglichkeit des begrifflichen Verstehens zum Trotz ein Dogma gesetzt.» Das Behandeln dieses 'Problems' stehe für ein Ringen nach Abgrenzung und das Scheitern daran. «Was bleibt, als Metapher für das Wesentliche jenseits der Begriffe: die Klänge.»

Eine Produktion des Vokalensembles Zürich mit Unterstützung der ignm zürich



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2

Donnerstag, 5. November 2015, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
composer.ch lakner-music.org, www.walcheturm.ch

Segante: Musik von Yehoshua Lakner

Yehoshua Lakner: Aleph Beth Gimmel (1991/92), für Klavier
Yehoshua Lakner: Segante (1999), für zwei Computer, zwei Bildschirme, Sprecherin und Sprecher 

 

Tomas Bächli (Klavier)
Marit Beyer (Sprecherin)
Peter Schweiger (Sprecher)
Gerhard Wolfstieg (Klangregie/Einführung)
Alfred Zimmerlin (Einführung) 

 

 

Seit 1987 schuf der in Zürich lebende Komponist Yehoshua Lakner (1924-2003) mit dem Commodore 64 Computer sogenannte «audio-visuelle Zeit-Gestalten». Der Computer, so Lakner, fordert «einen geradezu heraus, ihn für die Gestaltung dieser drei Dimensionen – Zeit, Bild und Klang – einzusetzen und unter Umständen auch für das Wort. Es sollte doch dem Medium am besten entsprechen, wenn von Anfang an der Zeitverlauf des Hörbaren und des Sichtbaren integriert werden kann. Dies steht im Gegensatz zur üblichen Prozedur, wo zu einer bestehenden Animation eine 'passende' Musik gesucht wird oder wo man vor dem Problem steht, was man dem Augen bieten könnte, während die primär geschaffene Musik aus den Lautsprechern kommt.»
Yehoshua Lakners spätes Hauptwerk ist die dreiteilige Komposition Segante für zwei Computer, zwei Bildschirme, Sprecherin und Sprecher mit den drei Sätzen «Giovanni Segantini», «Bergvariationen» und «S + N». Das langsame Verschwinden des C-64 führt heute zunehmend zu Problemen, die man aus der «historischen Aufführungspraxis» kennt: Es fehlen geeignete Instrumente. Lakners Programme können vorderhand nur auf dem C-64 abgespielt werden.

Alfred Zimmerlin 



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3

Freitag, 22. Januar 2016, und Samstag, 23. Januar 2016
Theater Rigiblick, Germaniastrasse 99, 8044 Zürich
www.zweitagezeit.ch, www.theater-rigiblick.ch

Zwei Tage Zeit – Festival für improvisierte Musik

 

Freitag, 22. Januar 2016

19.30 Afro Garage mit Christoph Baumann (Klavier), Jacques Siron (Kontrabass), Dieter Ulrich (Schlagzeug)
20.45 Christian Kobi (Sopran- und Tenorsaxophon)
22.00 Hideto Heshiki (Tanz), Michael Schumacher (Tanz), Harald Kimmig (Violine), Mary Oliver (Viola), Fiona Zolg (Licht)


Samstag, 23. Januar 2016

19.30 Hubbub mit Frédéric Blondy (Klavier), Bertrand Denzler (Tenorsaxophon), Jean-Luc Guionnet (Altsaxophon), Jean-Sébastien Mariage (Gitarre), Edward Perraud (Perkussion)
20.45 Andy Guhl (Electronics, Visuals)
22.00 KARL ein KARL mit Peter K Frey (Kontrabass), Michel Seigner (Gitarre), Alfred Zimmerlin (Violoncello) 

 

 

In der sechsten Ausgabe von «Zwei Tage Zeit» teilen Musiker verschiedenster musikalischer Richtungen und Generationen ihre Begeisterung für Improvisierte Musik:
Eröffnet wird Festival von Afro Garage mit Christoph Baumann, Jacques Siron und Dieter Ulrich. Das Trio schafft ein Klima voller Esprit, Brechungen, Überraschungen und Streitereien, jenseits von Stilen und Definitionen.
«Ein schier endloser Atemzug, der kaum an- und abschwillt, aber gleichzeitig auf seiner Oberfläche durch einen Mikrokosmos aus Obertönen, brüchigen Flageoletts und knisternden Geräuschen schwirrt…» – So wurden die Improvisationskünste von Christian Kobi, den wir solo auf Sopran- und Tenorsaxophon erleben werden, einmal beschrieben.
Weitere Facetten des Improvisatorischen präsentieren das Tänzer-Duo Hideto Heshiki & Michael Schumacher zusammen mit Mary Oliver und Harald Kimmig. Die Lichtkünstlerin Viola Zolg rückt diese Performance ins Scheinwerferlicht.
Mit der Pariser Formation Hubbub, bestehend aus Frédéric Blondy, Bertrand Denzler, Jean-Luc Guionnet, Jean-Sébastien Mariage und Edward Perraud steht eine der aufregendsten Gruppen der französischen Szene auf dem Podium. Einen Kontrast dazu setzt Andy Guhl, der uns durch die Verbindung von elektronischen Sounds und Visuals in audiovisuelle Welten tauchen lässt.
Das Festival runden schliesslich die drei Musiker von KARL ein KARL ab. Sie verknüpfen ihre Spiellust mit permanenter Selbstreflexion, ohne sich dem Tabu zu unterwerfen auch eigene Grundsätze zu übertreten. Das Ergebnis: Witz und Vitalität.

Eine Koproduktion des Musikpodiums der Stadt Zürich, der ignm zürich und der Werkstatt für improvisierte Musik (WIM) Zürich. 



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4

Freitag, 11. März 2016, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
fel-x.ch, easternshore.cc, www.walcheturm.ch

Eastern Shore (1)

Felix Profos: Eastern Shore (1)
Konzert mit immerwährendem Audio-Webstream und Live-Keyboard 

 

Felix Profos (Live-Keyboard, Komposition, Programmierung) 

 

 

Eastern Shore ist ein immerwährender Klangstrom, der ab dem Zeitpunkt der Onlineschaltung (Ende 2015) ohne Pause, ohne Bruch und ohne jede Wiederholung weiterlaufen wird, solange es das Internet gibt - eine Art ewige Brandung, fast stehend oder in wellenförmiger Bewegung, immer ruhig und harmonisch, aber nie vorhersehbar.
Diese Brandung setzt sich auch ohne mein Zutun von selbst fort. Da ich ihr aber im Verlauf der Zeit neue Elemente beimischen, alte entfernen, und Strukturen umprogrammieren werde, verändert sich ihr Charakter auch im Rhythmus von Wochen, Monaten und Jahren.
Als Material dienen tiefgründige und bedeutungsvolle Sounds aus einer sehr persönlich gefassten »Gesamtheit aller bestehenden Musik«.
Eastern Shore ist in sich vollständige Musik, die zum reinen Genuss oder als Begleitklang zu anderen Tätigkeiten gehört werden kann, allein oder in Gruppen. Jeder Hörer, jede Hörerin kann sich jederzeit ein- oder ausblenden; alle hören zur selben Zeit dasselbe.
Eastern Shore wird sich in Zukunft vielleicht mit anderen Streams, mit Bildern oder Texten verknüpfen, aber auch immer wieder Teil von Events in der »wirklichen Welt« sein.
In Zürich werde ich einen zurückhaltenden Keyboardpart spielen, der die Klangflut melodisch mitzeichnet und ornamentiert.

Felix Profos 



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5

Sonntag, 3. April 2016, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
nadarensemble.be, edition21.at/Sanchez-Chiong, www.walcheturm.ch

N°1: Nadar Ensemble + Jorge Sánchez-Chiong

Werke von Stefan Prins, Florian Bogner und Jorge Sánchez-Chiong/TE -R 

 

Nadar Ensemble
Jorge Sánchez-Chiong (JSX) (Turntables)
TE –R (Thomas Wagensommerer & Louise Linsenbolz) (Video) 

 

 

Nach mehreren Jahren der Zusammenarbeit auf internationalen Bühnen kuratieren das belgische Nadar Ensemble und der Komponist und Turntablist Jorge Sánchez-Chiong (JSX) in Zürich erstmalig ein abendfüllendes Programm gemeinsam.
Zwei eigenwillige Positionen zur Konzeption und Präsentation von Neuer Musik treffen in der Gestaltung von N°1 aufeinander, einem Programm, das Datenvisualisierung, Noise, Pop-Aneignungen und Computergames mit zeitgemäßer Ensemble- und Elektronikperformance verbindet.
Die beteiligten Künstler schaffen ein immersives Konzerterlebnis mit Werken von Stefan Prins, Jorge Sánchez-Chiong, Florian Bogner und dem österreichischen Multimediakollektiv TE -R



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6

Donnerstag, 28. April 2016, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
eduhaubensak.ch, simonekeller.ch, samuelstoll.com, www.walcheturm.ch

Collection: Werke von Edu Haubensak

Edu Haubensak: Collection l (2005), für Klavier in Skordatur
Edu Haubensak: Collection II (2014), für Klavier in Skordatur
Evan Johnson: vray dieu d’amours / vray dieu d’amours (2014), für Horn solo
Ray Evanoff: negotiating the absolute location of buoyancy (2012), für Horn solo
Edu Haubensak: Neues Werk für Horn (fünfstimmig), Uraufführung 

 

Simone Keller (Klavier)
Samuel Stoll (Horn) 

 

 

Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet der Zürcher Komponist Edu Haubensak mit neu gestimmten Instrumenten und Tonsystemen. Unter dem Titel «Collection» fungiert eine Sammlung von mehreren Zyklen Haubensaks für Klavier solo in Skordatur. Der erste Zyklus Collection I basiert auf einer um 11/22/33 Cent vom temperierten System abweichenden Ton-Struktur. In dieser farbigen 'Verstimmung' kann eine ein auf einer anderen Tonstufe wiederholter Abschnitt zu einem vollkommen anderen Gebilde werden. In der dreisätzigen Komposition Collection II sind alle schwarzen Tasten chorisch gespreizt, die Tonhöhen der weissen sind leicht erhöht oder erniedrigt. Die Komposition ist einem alten Freund Haubensaks gewidmet, der speziell das Neue in der Musik suchte und eher dem Unbekannten offen stand, als dem bekannten Schönen zu huldigen.
Über das im Konzert der ignm Zürich zur Uraufführung kommende Stück für Horn (fünfstimmig) sagt Haubensak: «Die Erforschung von Mikroklängen ist in der fünfstimmigen 'Besetzung' ideal. Die langgezogenen Töne des Horns mit den vielfältigen möglichen Mischungen erlauben ein Kaleidoskop von Harmonien. Basis der Stimmungen sind veränderte Stimmtöne der einzelnen Hornpartien. Es gibt keine reinen Oktaven, Quinten, Quarten und auch keine Unisono in dieser Komposition. Alle neu gewonnenen Intervalle sind unbekannte Abweichungen unseres Systems, erscheinen aber als Varianten uns bekannter Klänge.»
Ergänzt wird das Programm durch zwei Stücke für Horn solo von Evan Johnson und Ray Evanoff.