Musik, die er mitgebracht hat, ist nur für ihn und mich bestimmt, es ist unsere Musik: ...

Archiv: Veranstaltungen 2014/2015


1   The Anatomy of a String Quartet. Eine Performance-Installation Dienstag, 14. Oktober 2014, 20.30
    

2   Lê Quan | Kahn | Hemingway Freitag, 17. Oktober 2014, 20.30
    

3   Portrait mit Unterbrüchen Freitag, 20. Februar 2015, 20.30
    

4   Ensemble Phoenix: Professors, Bad Trips & Lessons Montag, 13. April 2015, 20.30
    

5   Lang | Billone | Szlavnics Freitag, 24. April 2015, 20.30
    

6   Drei Tage Strom – Festival für elektronische Musik Freitag, 5. Juni 2015, Samstag, 6. Juni 2015
    



1

Dienstag, 14. Oktober 2014, 20.30
Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich
cargocollective.com/samsonyoung, mivosquartet.com, connectingspaces.hk, www.icst.net, www.zhdk.ch

The Anatomy of a String Quartet. Eine Performance-Installation

Samson Young: The Anatomy of a String Quartet (2014), für Streichquartett 

Mivos Quartet (USA):
Olivia De Prato (Violine)
Joshua Modney (Violine)
Victor Lowrie (Viola)
Mariel Roberts (Violoncello)

Samson Young (Performance, Elektronik) 

 

 

Wer Musik unter das Mikroskop hält, mag Unterschiedliches zu Gesicht bekommen: Das Zoomen in den Klang vergrössert dessen Bestandteile ins Riesenhafte, ins Hör- und Komponierbare; die minutiöse Betrachtung der instrumentalen Klangproduktion fördert die Bedingungen zu Tage, unter denen Musik überhaupt gehört und gedacht wird. Im Gegensatz zu solchen spektralen oder dialektischen kompositorischen Zugängen wird in Samson Youngs Performance-Installation der Klangkörper Streichquartett selbst unter das Brennglas gehalten. Untersucht wird dessen Anatomie, genauer: die Anatomie der vier InterpretInnen mit ihren kleinsten Spielgesten, mimischen Regungen, doch auch mit ihren weder sicht- noch hörbaren biodynamischen Körperdaten. Und wie im Labor schiebt sich zwischen das Objekt und dessen (vergrösserte) Abbildung eine technische Apparatur: Videokameras vermessen die spielenden Körper, Biosensoren die Körperdaten von Herz, Hirn und Auge. Das so gewonnene makroskopische Klang- und Bildmaterial wird über verschiedene elektroakustische Übersetzungsprozesse in den Konzertraum projiziert. Und wie beim Mikroskop verschwindet das Objekt in Originalgrösse – das Streichquartett – gewissermassen aus dem Fokus: In «The Anatomy of a String Quartet» spielt es ausserhalb des Konzertsaals, ist nur aus der Ferne hörbar. Was hör- und sichtbar ist, ist der Experimentator als Performer, der die gewonnen Daten zu einer audio-visuellen Live-Komposition zusammenfügt.
(Patrick Müller)


Eine Koproduktion von Connecting Spaces Hong Kong – Zurich (ZHdK), School of Creative Media Hong Kong, Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST) der Zürcher Hochschule der Künste und ignm zürich.

 



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2

Freitag, 17. Oktober 2014, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
lequanninh.net, jasonkahn.net, gerryhemingway.com, www.walcheturm.ch

Lê Quan | Kahn | Hemingway

Lê Quan Ninh (Surrounded Bass-Drum)
Jason Kahn (Stimme)
Gerry Hemingway (Schlagzeug und Elektronik) 

 

 

Lê Quan Ninh, Jason Kahn und Gerry Hemingway: Drei Schlagzeuger, die über die Jahre nicht nur völlig eigene Wege mit ihrem Instrument gegangen sind, sondern diesem auch zum Teil neue Wege eröffnet haben und – wie im Fall von Jason Kahn – auf ihrem Weg dieses sogar manchmal links liegen lassen und ihre Tätigkeit verlagern: zum Beispiel auf die Stimme. Lê Quans, Kahns und Hemingways Einflüsse und Aktivitäten sind vielfältig: Als klassisch ausgebildeter Schlagzeuger interessierte sich der 1961 in Paris geborene Lê Quan Ninh schon früh für Neue Musik genauso wie für freie Improvisation und ist bis heute in beiden Feldern tätig. Er ist Mitglied des Schlagzeugensembles «quatuor hêlios» und tritt seit den 1980er Jahren in unterschiedlichsten Formationen als improvisierender Musiker auf. Jason Kahn, geboren 1960, spielte in frühen Jahren in der Punk-Jazz Formation «Universal Congress Of». Neben seinen langjährigen Aktivitäten als Schlagzeuger und Vokalist tritt er immer wieder mit installativen Arbeiten im Kunstkontext in Erscheinung und komponiert graphische Partituren für verschiedene Ensembles. Der 1955 geborene Gerry Hemingway schliesslich war schon in seinen frühen 20ern Teil der damaligen Jazz-Avantgarde. Ihn verbinden langjährige musikalische Partnerschaften mit Anthony Braxton, Frank Gratkowski und vielen anderen. Auf der 2002 veröffentlichten CD «Songs» trat er ausserdem auch als Songwriter in Erscheinung. Am Konzert der ignm zürich treten die drei Musiker in je einem Solo-Set auf.

 



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3

Freitag, 20. Februar 2015, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch

Portrait mit Unterbrüchen

Tomasz Sikorski: Solitude of Sounds (1975), für Tonband
Tomasz Sikorski: Auswahl von Kompositionen für Klavier solo
Axel Dörner: Improvisationen 

Tamriko Kordzaia (Klavier)
Axel Dörner (Trompete) 

 

 

Der Komponist und Pianist Tomasz Sikorski (1939-88) gehört zu den eigensinnigsten Stimmen der Polnischen Nachkriegsmusik. Sein kompositorisches Schaffen erstreckt sich von Anfang der 1960er Jahre bis in die zweite Hälfte der 80er Jahre und umfasst Besetzungen vom Instrumental-Solo über Orchesterwerke bis zum Tonbandstück. In seinen Kompositionen zeigt sich Sikorski als radikaler Minimalist: eine, zwei Ideen formulierend, von einer Einfachheit, die diese so abgeschlossen wie skizzenhaft wirken lässt. Durchaus leicht schwankend, balanciert er dabei zwischen sperriger Hartnäckigkeit und süsslicher Klangfülle und erreicht mit der Konsequenz seines reduzierten Fokus’ eine Leichtigkeit, der diese Konsequenz gleichzeitig den Boden wieder unter die Füsse zu schieben droht. In einer Art fragmentarischem Komponisten-Portrait präsentiert die ignm zürich neben dem Tonbandstück «Solitude of Sounds» (1975) eine Auswahl von Stücken für Klavier solo. Für die Unterbrüche in dem Portrait sorgt der Deutsche Trompeter Axel Dörner (*1964). Dörner ist bekannt für seinen einzigartigen Stil und seine unkonventionellen – oftmals selbst-entwickelten – Spieltechniken. Er bewegt sich in den Feldern der freien Improvisation und des Free-Jazz gleichsam wie in Neuer Musik und in traditionelleren Jazz-Gefilden. Auch Dörners Musik ist in gewisser Hinsicht reduktionistisch – weniger in der radikalen Beschränkung des Materials als vielmehr in ihren brüchigen und spröden Klängen, die Sikorskis Portrait unterbrechen, aber vielleicht auch erweitern werden. 



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4

Montag, 13. April 2015, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
ensemble-phoenix.ch, www.walcheturm.ch

Ensemble Phoenix: Professors, Bad Trips & Lessons

Oscar Bianchi: Mezzogiorno (2004-2005), für 11 Instrumente und Elektronik
Fausto Romitelli: Professor Bad Trip: Lesson II (1998-1999), für 10 Instrumentalisten
Fausto Romitelli: Professor Bad Trip: Lesson III (2000), für 10 Instrumentalisten
Benedikt Schiefer: Neues Werk (2014), für Ensemble und Elektronik 

Ensemble Phoenix Basel (Leitung: Jürg Henneberger) 

 

 

Am 27. Juni 2004 starb in Mailand der italienische Komponist Fausto Romitelli, im Alter von 41 Jahren. Gut zehn Jahre nach seinem Tod widmet sich das Ensemble Phoenix Basel seiner Werkgruppe, die mit Sicherheit am deutlichsten ausdrückt, worum es dem Komponisten stilistisch ging: Neues anrühren, Klänge und Energien verschiedener Stile vom Jazz-Rock über Elektronik bis zum akademischen Kompositionshandwerk in Kontakt zu bringen. 

Dass die Lessons der Professor Bad Trip-Reihe sich dabei auch an den psychedelischen Fumetti des italienischen Zeichners Gianluca Lerici (aka. Professor Bad Trip; 1963–2006) orientieren und Romitelli auch Henri Michaux' halluzinogene Poetik als Einfluss nennt, macht sie allerdings nicht zum schlechten Trip. Explosiv und farbenfroh, verzerrt und elektrisch, rituell und hypnotisch entsteht Romitellis Tryptichon. Romitelli schreibt auch von einer «Vorliebe für Deformation, für das Artifizielle», in «obsessiven Repetitionen, insistierenden Beschleunigungen von Material». Ohne Zweifel hat sich der italienische-schweizerische Komponist Oscar Bianchi (1975) von dieser Stil-Mischung inspirieren lassen: sein Stück Mezzogiorno für 11 Instrumente und Elektronik zeigt sich in Wahl der Instrumentierung und Musiksprache an Romitelli angelehnt. Als dritter im Bunde wird der deutsche Komponist Benedikt Schiefer – auch er setzt sich ausgiebig mit Elektronik auseinander – ein neues Werk beisteuern.
(André Fatton) 



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5

Freitag, 24. April 2015, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
klang.mur.at, pierluigibillone.com, chiyokoszlavnics.org, www.walcheturm.ch

Lang | Billone | Szlavnics

Klaus Lang: bonsai. (2004), für Viola und Klavier
Klaus Lang: praeludien für klavier (2011)
Klaus Lang: neues Stück für Klavier (2015)
Klaus Lang: die hässliche blume. (2012), für Viola und Klavier
Pierluigi Billone: ITI KE MI (1995), für Viola
Chiyoko Szlavnics: Constellations I-III (2011), für Klavier und Sinustöne
Chiyoko Szlavnics: Structures in the Mind's Eye (2005-2006), für Viola und Sinustöne 

Petra Ackermann (Viola)
Philipp Meier (Klavier)
Alexandre Kordzaia (Klangregie, Elektronik) 

 

 

«Der Klang bleibt offen, mit all seinem Reichtum und der Vieldeutigkeit einer lebendigen Präsenz. Die Verknüpfungen, die ins Spiel kommen, verlaufen quer durch das Blatt und darüberhinaus.» Was der italienische Komponist Pierluigi Billone über seine Komposition «ITI KE MI» für Viola sagt, könnte auch Beschreibung des Konzert-Programms von Petra Ackermann (Viola) und Philipp Meier (Piano) sein. In Billones Umgang mit dem Instrumentarium zeigt sich immer wieder die Nähe zu seinen Lehren Helmut Lachenmann und Salvatore Sciarrino. Die Klänge scheinen bei ihm aus der eigenhändigen Erkundung des Instruments durch den Komponist zu entstehen, und als Hörer folgt man ihm als Entdecker in unerhörte Räume. Die kanadierin Chiyoko Szlavnics fertigt ihre Kompositionen nach eigenen Zeichnungen, die vor dem eigentlichen Kompositionsprozess entstehen. Die Kombination von Instrumentalklang und Sinustönen bringt in ihren Stücken Pulsationen und Texturen hervor, die sich dem fokussierenden Ohr immer wieder entziehen und den Hörer in kargen musikalischen Landschaften seiner Orientierung berauben. Wie wenige andere weiss der österreichische Komponist und Organist Klaus Lang Reduktion und Fülle, Ruhe und Bewegung und nicht zuletzt: sakral anmutende Klangwelten und stillen Witz miteinander zu verbinden. Seine ruhigen und langsamen Kompositionen erweisen sich beim genauen Hinhören als schillernde Mikrokosmen voller Farben und Schattierungen. Am Konzert der ignm zürich wird Klaus Langs neue Komposition für Klavier, geschrieben für den Pianisten Philipp Meier, uraufgeführt werden! 



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6

Freitag, 5. Juni 2015, Samstag, 6. Juni 2015
Löwenbräu Areal, Limmatstrasse 270, 8005 Zürich
Provitreff, Sihlquai 240, 8005 Zürich
Stanzerei, Bruggerstrasse 37, 5400 Baden

Drei Tage Strom – Festival für elektronische Musik

 

 

 

 

 

 

Das detaillierte Programm von "Drei Tage Strom" finden Sie hier: 3tagestrom.blogspot.ch
Eine Koproduktion des Musikpodiums der Stadt Zürich, der GNOM Baden und der ignm Zürich. In Zusammenarbeit mit dem Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST) der Zürcher Hochschule der Künste.