Zusammensetzung erlauben, einen seiner Töne zum Grundton zu erklären, so müssen wir ...

Jahresprogramm 2017/2018


1   COMMUNIO – Lecture-Konzert
    Freitag, 29. September 2017, 20.30

2   Rohrbruch
    Donnerstag, 14. Dezember 2017, 20.30

3   Zwei Tage Zeit – Festival für improvisierte Musik
    Freitag, 19. Januar 2018, und Samstag, 20. Januar 2018

4   protonwerk n° 7
    Donnerstag, 8. Februar 2018, 20.30

5   Catch!
    Samstag, 17. März 2018, 20.30

6   Zürcher Miniaturen
    Mittwoch, 6. Juni 2018, 20.30



1

Freitag, 29. September 2017, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
ensemble-handwerk.eu, www.walcheturm.ch

COMMUNIO – Lecture-Konzert

Daniel Felscher: Lectures I – VII (2016)
Nicolaus A. Huber: Clash Music (1988), Solo für ein Beckenpaar
Tobias Hagedorn: 3-Bit (2014), für drei beliebige Instrumente
Walter Zimmermann: DIT (1999), für Violoncello und Tonband
Jessie Marino: Robot Dog goes to... (2016), für zwei Performer mit Transducern
Esaias Järnegard: 4.2-1.6 2009 [utdrag] / [selections] (2009-14), Version für Flöte, Klarinette, Klavier und Violoncello
Niklas Seidl: TOL (2016), für zwei Performer
Steven Kazuo Takasugi: Wenn Tiere Gähnen… (2011), für Perkussion und Playback 

Daniel Felscher (Text)
hand werk Daniel Agi, Heather Roche, Niklas Seidl, Jens Ruland
Max Molling (Klangregie) 

Ein wesentlicher Bestandteil der meisten Religionen ist ein sich in kollektiven Handlungen manifestierendes Gemeinschaftsgefühl, das sich daneben auch in Massenveranstaltungen in Sport, Politik oder Kultur äussert. Der schmale Grat zwischen gemeinsamer Freude und Massenmanipulation spielt eine wesentliche Rolle im Phänomen der Gemeinsamkeit. Gleichschaltung und Geborgenheit, Stärke und Bedrohung, Zugehörigkeit und Ausgrenzung stehen eng beieinander und sind unlösbar verwoben. Aus diesem Grunde hat das Unisono seit dem Ende des zweiten Weltkrieges berechtigterweise in Europa einen schweren Stand.
COMMUNIO sucht nach Ersatzhandlungen in der Musik, die sich mit dem Gemeinschaftsgeist auseinandersetzen. Angelehnt an das gemeinsame Rezitieren des Vaterunsers, das Skandieren von Fussballgesängen, Sprechchören bei Demonstrationen oder vergleichbare Rituale auf der ganzen Welt, präsentiert hand werk Stücke, bei denen das Unisono auf unterschiedliche Art im Vordergrund steht. Dazwischen werden in kurzen soziologischen Vorträgen verschiedene Bereiche der Gemeinschaftshandlungen beleuchtet.
Das 2011 in Köln gegründete Kammerensemble überträgt Recycling auf die Musikwelt. Aus dem grossen Papierberg der Kompositionen werden Wertstoffe wiederverwertet und veredelt. Um mit der Pierrot-Besetzung nicht nur klassisch komponierte Werke zu ermöglichen, erweitert hand werk sein Repertoire um Stücke für Instrumente wie Alltagsgegenstände, Selbstgebautes und Elektronisches. Ergänzt und interferiert vom Soziologen Daniel Felscher, gastiert es mit COMMUNIO erstmals in Zürich.

Unterstützt von konzert des deutschen musikrates zeitgenössische musik.



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2

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
evareiter.com, martinbrandlmayr.com, www.walcheturm.ch

Rohrbruch

Eva Reiter (Kontrabassblockflöte, Viola da Gamba)
Martin Brandlmayr (Schlagzeug) 

Mit Eva Reiter und Martin Brandlmayr treffen zwei Welten aufeinander: Improvisation auf dem Drumset und kompositorische und interpretatorische Arbeit mit Instrumenten, die wegen ihrer Historizität oder ihrer ungewöhnlichen Klanglichkeit nicht nur in der zeitgenössischen Musik als Exoten gelten. Das Duo Reiter/Brandlmayr lotet mit Rohrbruch die formale Vielfalt des musikalischen Zwischenraums von Komposition und Improvisation und den klanglich schmalen Grat von akustischer und elektronischer Musik aus. Reiter und Brandlmayr verbindet ein Hang zu intensiver Materialrecherche und die Faszination für neue Spielhaltungen und Hörperspektiven. In ihrem gemeinsamen musikalischen Schaffen steht das Interesse an komplexen kommunikativen Prozessen – Schnelligkeit und virtuose Präzision in der Impulsverarbeitung und Reaktion – genauso im Fokus wie die Beschäftigung mit der musikalischen Gegenwart als Möglichkeitsraum für Unentdecktes und Unerwartetes. Komponieren bedeutet hier zuerst die präzise Arbeit am klingenden Material und am Erkennen der dem Material innewohnenden Rezeptionsmöglichkeiten.



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3

Freitag, 19. Januar 2018, und Samstag, 20. Januar 2018
Theater Rigiblick, Germaniastrasse 99, 8044 Zürich
zweitagezeit.ch, www.theater-rigiblick.ch

Zwei Tage Zeit – Festival für improvisierte Musik

 

Freitag, 19. Januar 2018

19.30 Dahinden/Kleeb mit Roland Dahinden (Posaune), Hildegard Kleeb (Piano)
20.45 Jason Kahn (Stimme, Schlagzeug)
22.00 Koï mit Delphine Depres (Video-Performance), Béatrice Graf (Perkussion, Objekte), Coralie Lonfat (Elektronik), Sandra Weiss (Fagott, Altsaxophon)

Samstag, 20. Januar 2018

19.30 Marianne Schuppe (Stimme)
20.45 Huber/Schütz mit Anna Huber (Tanz), Martin Schütz (Violoncello)
22.00 Paul Dunmall (Tenor- und Sopransaxophon), Liam Noble (Klavier),
John Edwards (Bass), Mark Sanders (Schlagzeug) 

Was kann, was will improvisierte Musik im Heute? Was kann zum Gesagten noch hinzugefügt werden? Welche Entwicklungen sind noch möglich? Fragen, welche sich die improvisierenden Musikerinnen und Musiker wie auch das Publikum stellen. Fragen, die das Festival Zwei Tage Zeit mit einem facettenreichen Programm zu beantworten sucht und so Musikerinnen und Musiker, Visual- und Performance-Künstlerinnen und -Künstler einlädt, die sich seit Jahren mit zeitgenössischer improvisierter Musik auf nationalen wie internationalen Bühnen mit diesen Fragen auseinandersetzen.
Kleinere Besetzungen sind die Schwerpunkte dieser siebten Ausgabe. Die Stimme, das ureigene Instrument des Menschen, findet Raum in zwei Solo-Performances unterschiedlichster Ästhetik. Posaune und Saxophon, beide durchaus auch als mögliche Erweiterung der Stimme zu verstehende Instrumente, kommen im klanglich filigranen Duo mit Klavier sowie im vielseitigen Quartett mit Klavier, Bass und Schlagzeug zur Geltung.
Auch in dieser Ausgabe bereichern Elektronik, Visuals und Tanz im Zusammenspiel mit akustischen Instrumenten die beiden Abende.

Eine Koproduktion der ignm zürich, der Werkstatt für improvisierte Musik (WIM) Zürich und des Musikpodiums der Stadt Zürich.
Organisation und Programm: Christian Wolfarth (ignm zürich), Daniel Studer (Idee), Jonas Labhart (WIM), Heinrich Mätzener (Musikpodium).



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4

Donnerstag, 8. Februar 2018, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
ensembleproton.ch, www.walcheturm.ch

protonwerk n° 7

Alec Hall: Neues Werk
Marina Khorkova: Neues Werk
Adrian Nagel: Neues Werk
Micha Seidenberg: Neues Werk
Karin Wetzel: Neues Werk 

ensemble proton bern
Matthias Kuhn (Leitung)
Florian Bogner (Klangregie) 

protonwerk ist die vom ensemble proton bern geschaffene Plattform für zeitgenössische Musik. Sie richtet sich an Komponierende, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Interessenten können sich bewerben um einen Kompositionsauftrag für eines der jährlich stattfindenden Konzerte. Die Plattform dient der Erweiterung des Ensemblerepertoires und bietet den Komponierenden die Möglichkeit, ihre Stücke im professionellen Umfeld zu erarbeiten und aufzuführen.
Für die Ausgabe protonwerk n° 7 hat das Ensemble einen spezifischen Wettbewerb ausgeschrieben: Es konnten sich nur Komponierende bewerben, die mit elektronischer Musik arbeiten. Zur Jury und Projektbetreuung wurde daher der Klangregisseur Florian Bogner von der Zürcher Hochschule der Künste hinzu gezogen. Nebst der Elektronik stand den Bewerbern die nicht ganz alltägliche Stammbesetzung des ensemble proton zur Verfügung: Flöte, Lupophon, Bassklarinette, Kontraforte, Harfe, Klavier, Violine und Violoncello. Für die protonwerk-Ausgabe von 2018 haben sich 50 Komponierende beworben. Die Gewinnerinnen und Gewinner heissen Alec Hall (*1985), Marina Khorkova (*1981), Adrian Nagel (*1990), Micha Seidenberg (*1984) und Karin Wetzel (*1981). Die präsentierte Auswahl garantiert auch in diesem Jahr ein künstlerisch hochstehendes, vielseitiges Programm.

Veranstaltet vom ensemble proton bern in Kooperation mit der ignm zürich. protonwerk wird unterstützt von Pro Helvetia.



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5

Samstag, 17. März 2018, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
triocatch.com, www.walcheturm.ch

Catch!

TRIO CATCH

Gérard Pesson: catch sonata (2016), für Klarinette, Violoncello und präpariertes Klavier
James Olsen: Neues Werk (2017), für Klarinette, Violoncello und Klavier
Georges Aperghis: Trio (1998), für Klarinette, Violoncello und Klavier
Isabel Mundry: Neues Werk (2017), für Bassetthorn, Violoncello und Klavier (Schweizer Erstaufführung) 

Boglárka Pecze (Klarinette/Bassetthorn), Eva Boesch (Violoncello), Sun-Young Nam (Klavier) 

Das Hamburger Trio Catch will mit seiner Musik das Publikum fangen. Köder ist dabei die Kombination der Klangfarben von Klarinette, Violoncello und Klavier. Diese virtuos zur Entfaltung zu bringen und sich dabei immer wieder neu auf die Suche nach dem gemeinsamen, unverwechselbaren Charakteristikum der Besetzung zu begeben, ist Prämisse und Herangehensweise der drei jungen Musikerinnen.
Getroffen haben sie sich als Stipendiatinnen bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt und gründeten anschliessend das Trio Catch – benannt nach dem Werk «Catch» op. 4 von Thomas Adès. Neben der klassischen Musik bildet die Interpretation zeitgenössischer Werke einen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit. Eine rege Konzerttätigkeit führte sie bisher nach Deutschland, Frankreich, England, Österreich, Spanien, Portugal, in die Benelux-Länder und zu namhaften Festivals wie Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, Ultraschall Berlin, Tage für Neue Musik Zürich und Wittener Tage für neue Kammermusik. Im März 2016 startete Trio Catch in Hamburg seine eigene Werkstattkonzertreihe «Ohrknacker», die in vier Konzerten pro Saison jeweils ein ausgewähltes zeitgenössisches Werk vorstellt, das eigens für das Trio geschrieben wurde.
Die weitgereisten Musikerinnen präsentieren in Zürich das 1998 von Georges Aperghis komponierte «Trio», die «catch sonata» von Gérard Pesson sowie zwei brandneue Werke von James Olsen und Isabel Mundry, letzteres gar als Schweizer Erstaufführung. Catch!



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6

Mittwoch, 6. Juni 2018, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
amarquartett.ch, www.walcheturm.ch

Zürcher Miniaturen

AMAR QUARTETT

Bernhard Bamert, Gabriela Friedli, Christoph Gallio, Tomas Korber, Tobias Meier, Philipp Schaufelberger, Matthias Spillmann, Flo Stoffner, Yves Theiler, Anna Trauffer, Chris Wiesendanger, Nils Wogram und Omri Ziegele: 13 Miniaturen für Streichquartett

Anton Webern: Streichquartett op. 28 (1938) 

Anna Brunner (Violine), Annina Wöhrle (Violine), Marko Milenkovic (Viola), Ofer Canetti (Violoncello) 

Auch im Umfeld der improvisierten Musik wird erfreulicherweise viel komponiert! In Zürich finden sich, etwas abseits des eigentlichen Epizentrums der «Neuen Musik», einige kreative Köpfe, die an musikalischen Formen und Klängen forschen, sich auch regelmässig als Komponierende profilieren und spannende neue Musik schaffen.
Die ignm zürich will diesen Musikerinnen und Musikern einen Uraufführungsabend widmen und vergibt Kompositionsaufträge an sie. 13 Miniaturen entstehen für eine der traditionsreichsten Besetzungen der klassischen Musik: das Streichquartett. Mit diesem altehrwürdigen Format soll bewusst ein Kontrast zum improvisatorisch geprägten Schaffen der ausgewählten Komponierenden gesetzt werden, in der Hoffnung, dass dieser Zusammenstoss auch neue Energien freisetzt. Die Frage nach der Aktualität des traditionellen Komponierens mit «Griffel und Papier» soll neu gestellt und damit nicht zuletzt auch einen Beitrag zum «intermusikalischen» Dialog zwischen den Szenen geleistet werden.
Das Amar Quartett, bestehend aus vier erfahrenen Interpretierenden zeitgenössischer Musik, wird die 13 Miniaturen zur Uraufführung bringen. Wir freuen uns auf diese spannende Auseinandersetzung und Begegnung!

Unterstützt von Pro Helvetia.